Einsamkeit

Es ist eigentlich nicht möglich dieses Gefühl zu beschreiben. Das Gefühl der Einsamkeit, wenn man von Menschen umgeben ist. Mein Nebenjob besteht daraus, 8 Stunden lang am Stück ohne Unterbrechungen (abgesehen von den Pausen) mit Menschen zu arbeiten und reden. Dies habe ich auch heute wieder getan und ich habe mich trotzdem so einsam gefühlt… Wenn man sieht, wie andere Menschen Gemeinsamkeit fühlen und miteinander teilen, dann sieht man im Vergleich wie einsam man selbst ist.
Mit meinem Freund ist es genauso. Wir hatten zwei Wochen „Urlaub“ miteinander verbracht, aber im Endeffekt habe ich im Nachhinein nichts davon. Ich bin wieder einsam. Nachts liege ich im Bett und rede im Halbschlaf mit ihm ohne Antworten zu bekommen, weil er nicht neben mir liegt. Dieses Zusammensein und Getrenntsein, Zusammensein und Getrenntsein. Ich kann das nicht mehr. Das zermürbt mich zusätzlich zu den anderen Problemen.

Deswegen habe ich im Urlaub versucht vom Balkon der Ferienwohnung zu springen. Diesmal habe ich versucht mein Vorhaben in die Tat umzusetzen, es ist nicht nur bei Gedanken geblieben wie in dem Hotel im Juni. Allerdings hat er es mitbekommen. Aber er war dann doch nicht der eigentliche Grund, wieso ich es abgebrochen habe. Ich habe zunächst feststellen müssen, dass ich zu unsportlich bin, um überhaupt auf die Balkonbrüstung zu kommen. Allerdings hätte ich das mit einem erneuten Anlauf garantiert geschafft. Als ich nach unten blickte wurde mir dann aber auch bewusst, dass der 4. Stock nicht ausreicht um einen sicheren Tod herbeizuführen. Nein, dafür hätte ich mindestens vom 6. Stock springen müssen.
Nicht die Höhe oder der Gedanke daran, dass ich sterbe haben mich abgeschreckt. Nur der Gedanke, dass ich danach noch gelähmt weiterleben müsste, ohne die Möglichkeit zum sicheren Suizid… Nein, Freitod.
Suizid, Freitod, Selbstmord. So viele Bezeichnungen hat „das Gehen“ in der Gesellschaft.
Mein ehemaliger Deutschlehrer, den ich immer sehr für seine unbegrenzte Allgemeinbildung bewundert habe, hat mal gesagt:
„Suizid ist die neutrale nicht wertende Bezeichnung für diese Tat. Freitod ist ein Euphemismus, meist von depressiven Menschen mit Sehnsüchten zum Tod, benutzt. Selbstmord ist die kritische Wertung, meist ausgehend von einem Großteil der Gesellschaft, der diese Tat verabscheut bzw. ablehnt.“
Irgendwie ist dies hängen geblieben, weshalb ich es immer als „Gehen“ bezeichne. Meine eigene Bezeichnung.

Ich wäre also gesprungen wäre nicht das Risiko zur Querschnittslähmung gegeben und wäre nicht mein Freund angerannt gekommen. Idiot… Seine Reaktion war dann „Was soll das? Was wäre, wenn das jemand gesehen hätte“
Oh, er hat also Angst, dass andere mitbekommen könnten, dass seine Partnerin akut suizidgefährdet ist. In aller Regel würde man selbst auf den Gedanken kommen und diesen Menschen eigenständig einweisen. Aber nur gut, dass er nicht so ist. Er möchte mir den „Freiraum“ lassen. Finde ich sehr schlau, wenn man bedenkt, dass ich mich problemlos jederzeit von einer Balkonbrüstung oder ähnlichem stürzen könnte und er nichts, rein gar nichts machen kann, weil er 450 km entfernt ist.
Punkt.
Meine Familie macht mir zudem enormen Druck wegen dem Studium. Wenn ich das Wort „Exmatrikulation“ nur annähernd in einem eher spaßigen Kontext anbringe, werden sie direkt aggressiv. Okay ich weiß, ich stelle für sie ihre Rentenversicherung dar…. Aber ich kann das nicht!
Ich würde mich lieber von der nächsten Brücke in den Rhein oder einem anderen Fluss stürzen anstatt am 17.10. wieder zur Universität zu gehen und weiter zu studieren.
Wäre ich doch vom Balkon gesprungen… Oft geht mir dieser Gedanke durch den Kopf. Und während mein Freund sich anderweitig mit irgendwelchen Menschen vergnügt und Spaß hat, fühle ich mich einsam.

Er, mein Freund meinte er würde diesen Blog nicht lesen, da ich doch mit ihm reden soll. Ja klar, immer dann wenn ich jemandem zum Reden brauchen würde ist er natürlich mal wieder nicht da. Gerade deswegen gibt es diesen Blog hier. Er ist mein Jemand zum Reden.
Mal schauen wann er das einsehen wird. Heute waren wir eigentlich „verabredet“ zum Telefonieren. Er hatte selbst vorgeschlagen, dass wir einen Tag in der Woche aussuchen, damit es mir dadurch besser geht. Also war heute vereinbart. Aber seit 4 Stunden warte ich auf eine Antwort, von daher hat sich das nun auch erledigt.
Was hätte er denn gemacht, wenn ich jetzt einfach gegangen wäre?…
Aber mir ist das egal. Mit ihm rede ich nicht mehr über meine Probleme. Mein Blog ist viel verlässlicher und immer da, wenn ich reden möchte.

Mal schauen was im Endeffekt siegt. Mein schlechtes Gewissen, welches sich an Verantwortungen von Familie und dem Umfeld binden und quälen lässt oder mein innerer Wille, diesem endlosen Kreislauf endlich zu entkommen.
5 Jahre endloser Kreislauf der Depression. Es scheint nicht besser zu werden… und am Ende bin ich doch wieder allein.

Einsamkeit.

-walkingintohell-

Realisieren

Mittlerweile stecke ich in einem erneuten Tief. Eigentlich ist es immer da, aber manchmal kann ich es verdrängen. Ich zweifel stark daran, dass ich das Studium schaffe. Ich hab das Gefühl, es zermürbt mich langsam endgültig. Vor den letzten Klausuren im Juli habe ich die gesamte letzte Woche fast ausschließlich gelernt, wobei ich teilweise schon grundlegende menschliche Bedürfnisse (wie die Nahrungsaufnahme) vernachlässigt habe. Am Ende hatte ich in der letzten Klausur das Gefühl gehabt, ich hätte gar nichts gelernt und kann auch gar nichts. Es ist zutiefst frustrierend, dass man so viel lernt und am Ende doch das Gefühl hat, nichts zu können. Die Erfolge halten sich dementsprechend auch stark in Grenzen. Innerhalb des Semesters hatte ich auch nur Noten im Dreierbereich und teilweise auch schlechter…
Dieser unheimliche Druck lastet zu sehr auf mir. Im Grunde ist aber der größte Druck der, den mir mein Umfeld bereitet. Für meine Eltern gibt es keine Alternative. Ich werde das Studium beenden und Rechtsanwältin, aus ihrer Sicht. Man bricht nichts ab, was man angefangen hat. Was einmal angefangen wurde, wird auch beendet. Aber mittlerweile möchte ich das gar nicht mehr. Ich bin ein psychisches Wrack. Ständig fühle ich mich unausgeschlafen, schaffe es kaum mein Bett zu verlassen.

Die letzten zwei Wochen war ich mit meinen Eltern im Urlaub und dort fühlte ich mich wunderbar. Abseits vom Alltag und besonders Abseits vom Studium. Ich war ausgeschlafen, aktiv und motiviert. Kaum kam ich letzten Samstag nach hause begann der Albtraum von vorne. Sonntag fühlte ich mich schon kaum fähig wach zu bleiben. Ständig Gedanken, die um das Studium, die unvollständige Hausarbeit und den Leistungsdruck kreisen. Nachmittags bin ich einfach eingeschlafen und konnte kaum aufwachen. Ich zwang mich förmlich dazu, in die Realität zurückzukehren. Eigentlich habe ich Semesterferien, aber davon spüre ich kaum etwas. Vor dem Urlaub habe ich täglich an der Hausarbeit geschrieben und mindestens 2 Liter Kaffee am Tag vernichtet, um einigermaßen wach zu bleiben.
Heute habe ich auch wieder versucht an dieser Hausarbeit zu arbeiten und es macht mich total fertig. Ich hasse es mittlerweile mich mit diesen Themen zu befassen. Ich bin wieder sehr müde… Am liebsten würde ich mich jetzt, am hellen Nachmittag, ins Bett legen und schlafen.

Ich kann das mittlerweile nicht mehr ertragen… Aber selbst mein Freund hat kein Verständnis dafür. „Du hast doch die letzten Klausuren bestanden. Dann klappt das schon.“
NEIN. Es klappt natürlich nicht, wenn ich nur noch durch erhöhten Kaffee Konsum und mindestens 9-10 Stunden Schlaf täglich annährend fähig bin, irgendetwas zu machen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es am Studium liegt. Die zwei Wochen im Urlaub haben es mir bewiesen. Wenn ich mich mit der Materie nicht befassen muss, geht es mir besser. Diese endlose Müdigkeit kann nur psychische Ursachen haben und keine pathologischen…
Ein anderes Studienfach kommt für mich auch nicht in Frage. Dieser ganze Lifestyle nervt mich ziemlich. Von der Gesellschaft wird man als Student für faul und nutzlos erklärt. Meine Kommilitonen feiern und ich sitze daheim und heule. Es ist nicht meins, irgendwelchen hochqualifizierten und gebildeten Menschen 8 Stunden täglich zuzuhören und daraus unendlich viele Erkenntnisse zu ziehen. Mir macht „richtiges arbeiten“ viel mehr Spaß. Selbst mein ziemlich eintöniger und anspruchsloser Nebenjob bereitet mir zurzeit mehr Freude, als meine Nase nur 5 Minuten in irgendein Lehrbuch zu stecken oder mir irgendeine Vorlesung anzuhören.
Zurzeit bin ich soweit zu sagen, dass studieren generell nichts für mich ist, unabhängig vom Fach.
Ich hab zwar ein sehr gutes Abitur, aber bedeutet dies sogleich, dass man damit unbedingt und auf jeden Fall studieren muss?
Mein Umfeld sieht das so. Aber ich fühle mich zurzeit in einer Lage, in der ich mir nichts sehnlicher wünsche als eine Ausbildung anzutreten, in der ich geregelte Arbeitszeiten habe und nicht ständige zwischen Vorlesungen und Nebenjob springe.

Aber wie soll ich es meinen Eltern, meinem Freund und meinen Freunden erklären?
Würde mich nur ein einziger Mensch in meiner Entscheidung bestärken und in meinen Plänen unterstützen?
Welche Ausbilung käme überhaupt für ein psychisches Wrack wie mich in Frage?

-walkingintohell-

Das Kollektiv

Eine verlorene Seele, so fühlt es sich an. Es spielt auch keine Rolle was mit einer Seele passiert, welche sich im endlosen Zeitalter des Daseins verliert. Es wird weniger ein Dasein sondern mehr ein Dahinschwinden, Vegetieren, Zerfallen.

Ich habe ihn von letztem Sonntag bis diesen Montag gesehen, allerdings bleibt keine „Heilung“. Für den Moment waren diese Gedanken weg, aber nicht während er nichts ahnend und unschuldig neben mir lag und schlief, da kamen diese Gedanken wieder.
Was macht diese Seele, meine Seele, hier. Ich bin nicht dafür gemacht zu leben. Er kann mich auch nicht daran binden.

Ich lag also da und wäre am liebsten aus dem Fenster gesprungen (wir waren im zweiten Stock, also alles kein Problem, wenn man es kopfüber macht). Aber dann entschloss ich mich doch für das Schlafen, vielleicht wache ich nicht mehr auf, war mein Gedanke. Jedoch wachte ich dann wenige Stunden später auf. Blickte in dieses wunderschöne, perfekte Gesicht von ihm, so unschuldig und liebenswert, aber es erfüllte mich nicht mehr mit Glückseligkeit.
Was passiert mit mir? Ich stumpfe ab.
Zwar war ich traurig als sich unsere Wege trennten, aber ich begann genau ab diesem Moment an allem zu zweifeln. Was bringt mir dieses Dasein?
Ich versage nur und diese wenigen Tage und Stunden mit ihm machen die ganze Zeit, in welcher ich so fühle, nicht besser.
Er kommt doch sehr gut ohne mich klar. Mit seinem besten Freund, welcher sich für ihn interessiert (als Kontrastprogramm zu meinen so called „Freunden“) hat er ein riesen Glück. Da hat er jemanden, der sich um ihn kümmert, wenn ich schwinde.
Dann gebe ich ihm den Tipp, wenn er mich verstehen möchte, solle er doch bitte diesen Link hierher aufrufen und das alles lesen. Aber dazu scheint er keine Zeit oder Interesse zu haben. Ich solle reden. Dann rede ich und er schweigt danach ausschließlich. Deswegen rede ich nicht mit ihm. Deswegen schreibe ich hier.

Einsam und verlassen bin ich nun hier.
Wenn ich das Haus verlasse, sehe ich das Kollektiv, Menschen die gemeinsam glücklich sind.
Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich mich und frage, was ist das? Ist das eine Seele, ein Mensch?
Dann denke ich darüber nach, wer wohl zu meinem Grab schreiten würde. Mein Grab schaufel ich mir selbst, allerdings muss mich jemand hinein legen. Wer wird dies wohl machen?
Fragen über Fragen.

Meinen Großvater werde ich dann wiedersehen, das lässt mich immer mehr  Sehnsucht dafür zu entwickeln zu verschwinden.
Dann wäre Großvater nicht mehr allein. Dann wäre ich nicht mehr allein.

Mir fehlt allerdings die Idee dies umzusetzen, es soll nicht allzu „schmutzig“ sein und keinen anderen Menschen direkt involvieren. Ideen? Immerher damit.

-walkingintohell-

Schwarzer Schleier

Es ist wie ein Schleier, ein schwarzer Schleier. Langsam legt er sich um den Körper, zumindest fühlt es sich so an. Er schnürt sich enger, man bemerkt das man zu verschwinden droht, das Dasein schwindet. Immer enger wird dieser Schleier, erdrückend, zerstörend.
Natürlich bin ich frei in meiner Bewegung aber meine Gefühle engen mich ein. Ein Schmerz, der sich durch den Körper zieht. Überall Schmerz. Ich kralle meine Nägel in meinen Arm um zu fühlen, aber ich spüre nichts außer diesen Schmerz, der den ganzen Körper aufflammen lässt. Als würden die Schmerzen mich bei lebendigem Leibe vernichten.
Die Dunkelheit des Schleiers legt sich über mein Sichtfeld. Ich sehe nur noch Dunkelheit, Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit, Verlorensein, Schwinden…
Ich laufe durch Massen von Menschen am Campus Gelände, aber ich fühle mich einsam. Menschen rempeln mich an, drücken mich weg, schauen mich an und ja sie sprechen mich sogar an, aber ich bin allein. Was reden die da?
Ich vergesse wer ich bin. Ich sehe das Menschen um mich herum reden, lernen, eine Diskussion eröffnen, aber ich schaue ihnen nur dabei zu. Mein Name erklingt, aber ist dies überhaupt mein Name? Warum soll dies mein Name sein? Wieso werde ich angesprochen, ich bin doch gar nicht da?!

Der schwarze Schleier kehrt immer wieder Heim, in meinen Körper. Eine Hand von mir ergriffen während der Autofahrt, die das KFZ nach rechts in den Graben lenken will. In mein Grab! Meine linke Hand kämpft dagegen an, möchte das AUTO retten (wohl gemerkt die Existenz des Autos, nicht die meine!). Der Kampf zwischen beiden, unendlich zehrt es an den Kräften.
Zu Hause angekommen, ein Schwall aus Hagel, aber ich spüre diesen nicht auf meinem Körper.
Lebe ich noch?

Zurück bleibt der schwarze Schleier der Unglückseligkeit. Mit mir wird gesprochen, aber ich fühle mich nicht addressiert. Ich scheine zu leben aber fühle mich gar nicht so. Geistige total Abwesenheit, über Stunden!
Wo bin ich? Wer bin ich?
Stehe direkt zwischen totaler Verzweiflung mit Todessehnsucht und der Vernunft verbunden mit Rationalität.

Was mache ich hier blos?

-walkingintohell-

Stadien des Daseins

Im Moment befinde ich mich in regelmäßigen Abständen in nur zwei Stadien.

Stadium eins: Funktionieren, ich mache einfach weiter. Lerne, arbeite, mache den Haushalte. Einfach funktionieren. Was ich fühle? Nichts.
Stadium zwei: Realisieren, ich bemerke wie sinnlos dieses Dasein ist. Dabei treten Phänomene wie Selbsthass und Todessehnsüchte auf.
Wenn ich in den Spiegel schaue (was ich äußerst selten mache) dann keimt der Hass immer weiter auf. Und ich schrecke vor mir selbst zurück. Wer bin ich? Wer ist das in diesem Spiegelbild? Was mache ich hier eigentlich?
Ich hasse mich und mein Dasein, und das seit schon mindestens 5 Jahren. Jedoch war es in den letzten Jahren so, dass es zumindest einen kleinen Restbestand an Menschen gab, die sich für mich interessierten und für die es sich noch zu leben lohnte.
Aber jetzt…. Wenn ich nach hause komme wird mir eine halbe Stunde von meinen Eltern erzählt was sie am Tag erlebt haben. Das gleiche auch bei meinem Bruder. Das ich mittlerweile kaum etwas von mir erzähle ist keinem aufgefallen. Auch nicht, dass ich meinen Hobbys nicht mehr nachgehe und mich mit keinen Menschen in meiner Freizeit treffe.
Freunde habe ich sowieso keine mehr. Mit Kommilitonen rede ich natürlich nur über das Studium.
Und mit meinem Freund… ja mit dem rede ich auch kaum noch. Aber ihn interessiert es eigentlich auch gar nicht. Irgendwie habe ich dadurch auch das Interesse an ihm verloren mittlerweile. Ich versinke zunehmend in dem Wunsch zu gehen. Das hat er natürlich nicht mitbekommen. Einmal war er ziemlich wütend und fragte was ich denn eigentlich wolle. „Endlich Sterben“ wäre die eigentlich Antwort gewesen, aber ich schwieg. Das mache ich nun regelmäßig. Ich tu auch so als wäre alles okay. Im Stadium realisieren werde ich dann „zickig“, stelle Fragen ob er überhaupt noch etwas für mich fühlt. Dies „nervt“ nach seiner Aussage. Okay… vielleicht wäre es nicht schlecht einfach mal diesen verdammten Blog aufzurufen, den ich ihm mal gezeigt habe, damit er mich etwas besser versteht und den er sich angeblich im Browser gespeichert hat (ja ja die Männer halt…).
Teilweise vergesse ich ihn sogar. Nur deswegen habe ich seinen Chat oft auf meinem Smartphone Display markiert.
Ich befinde mich in einem so unguten Zustand und keiner merkt es. Ich habe den Berufszweig verfehlt, Schauspielerin wäre viel passender.
Im Grunde bin ich.. nichts. Und das wird mir bewusst, wenn ich in sozialen Medien ehemalige Freunde, Mitschüler usw. glücklich ZUSAMMEN sehe.
Ich bin immer allein. Jetzt auch. Das einzige was mir über die letzten Jahre treu geblieben ist, ja das ist dieser Blog hier.
Wenn ich gehe hoffe ich doch sehr, dass dies dann die richtigen Leute zu Gesicht bekommen. Damit diese dann wissen, dass teilweise ein einziges verdammtes Wort im falschen Kontext ein verdammter trigger sein kann und unglaublich schmerzt.

Am meisten hoffe ich, dass mein Freund dann endlich mal diese Seite aufruft, damit er sieht, was für ein verdammter Stümper er sein kann! Ja genau das schreibe ich über diesen Mann. Einige Postings zurück klang das noch anders, aber da war das Stadium realisieren noch nicht so stark ausgeprägt.
Und ich muss ehrlich gestehen… vor einigen Monaten und Jahren kam das Gehen für mich nicht in Frage, weil ich ihn nicht allein lassen wollte. Aber mittlerweile kommt er ja prächtig ohne mich zurecht und ich bin diejenige, die in der Einsamkeit versinkt, zu ertrinken droht.
Deswegen frage ich mich zunehmend ernsthaft:
„Lohnt es sich wirklich für diesen Menschen weiter zu machen?“
Er will mich nicht bei sich haben und hat ein prächtiges Leben ohne mich. Was soll ich da?

Ich bin zu einer richtigen Zynikerin mutiert, aber das ist mein Schicksal. Anders würde sich dieses nicht ertragen lassen. Zynismus ist das einzige Medium mit dem man dieses Scheitern würdevoll tragen kann.

Nun frage ich mich im Stadium realisieren, wie soll ich diesen Mann meinen so genannten festen Freund in zwei Wochen treffen und so tun als wäre alles okay. Teilweise denke ich jedes mal bei jeder Heimfahrt von der Uni nach, welcher Gegenstand, welche Wand sich am besten eignen würde um dagegen zu fahren und einen schnellen und schmerzlosen Tod zu sterben? (Dann denke ich aber daran, wie sehr mir mein kleines Auto ans Herz gewachsen ist und verwerfe diesen Gedanken schnell… Ach ich liebe dieses kleine Fahrzeug so…treuer als es jeder Kerl auf dieser Welt jemals sein könnte)
Manchmal nehme ich meinen Asthmaspray nicht, in der Hoffnung zu ersticken.
Teilweise denke ich darüber nach abzuhauen und mich in den Rhein zu stürzen.
Aber im Endeffekt ist da ein restlicher Bestand Skrupel und ich belasse es dabei, mich selbst zu verletzen, erstmal…

-walkingintohell-

Endloser Kreislauf

Ich weiß nicht wie aber irgendwie schaffe ich es die Kerngedanken, die mich innerliche zerreißen über einige Zeit zu verdrängen. Aber irgendwann ist es soweit, da muss dies alles raus.
Insgesamt fühle ich mich verzweifelt in meiner aktuellen Situation. Immer wieder frage ich mich, wirst du das Studium überhaupt schaffen diesen ganzen Druck standhalten?
Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich habe zwar bis jetzt alle Klausuren bestanden und dann noch im durchschnittlichen bis guten Bereich.
Ich bin einfach fast ausschließlich am lernen und fühle mich so müde und leer, dass ich nicht mal mehr meinen Hobbys nachgehe. Ich bin auch ziemlich isoliert. Treffe keine Freunde mehr. Aber sowas habe ich ja generell nicht, weil sich ja keiner bei mir meldet. So geschieht es schnell, dass man selbst keine Lust mehr hat initativ zu sein und Interesse an anderen zu zeigen sowie diesen hinterher zu rennen…

Ich beginne also mich auf wesentliche Dinge zu konzentrieren. Auf das Studium und meinen Nebenjob (ja den mache ich auch noch). Trotzdem geben mir, besonders mein so genannter Vater sowie mein Bruder, dauernd das Gefühl ich würde nichts sinnvolles in meinem Leben machen. Grad kam auch wieder ein Kommentar „das wird sowieso nichts“. Vielen Dank auch. Aber eine Ausbildung kam aber auch nie in Frage, denn mein Abitur wäre dann ja vollkommen überflüssig.
Alles klar. Was kann ich denn dann sinnvolles in meinem Leben vollziehen?
Und so sinnlos ist das Studium der Rechtswissenschaft auch nicht. Immerhin studiere ich nicht BWL, Kunst oder Sport, wo man solche Kommentare ja am ehesten erwartet…
Im Gegensatz zu anderen ehemaligen Mitschülern reise ich nicht durch die Welt und verschwende dadurch unnütz Geld.
Zur Geldverschwendung.. mittlerweile fühle ich mich schon schuldig dafür, dass ich mit 20 immer noch bei meinen Eltern lebe und abhängig von ihnen bin. Deswegen mache ich den Haushalt. Dies nutzt mein so genannter Vater natürlich extrem aus, ich komme mir fast so vor wie ein Dienstmädchen. Teilweise schafft er es nicht mal selbst sich eine Tiefkühlpizza aufzuwärmen.
Meistens sage ich nichts, da ich mich nicht traue, weil ich so abhängig bin. Wenn ich mich aber dann traue (und dann so wie heute sogar einfach was sage, um meine Mutter zu verteidigen), ja dann bin ich sinnlos und solle mich verpissen ich würde ja nichts erreichen.
Okay, also hätte ich in meinem Leben nur etwas erreicht, wenn ich einer harten körperlichen Arbeit auf dem Bau nachgehe und mich dort „beweise“, weil ich dann ja meinen Körper vollkommen auslaste und zerstöre?
Klingt sehr sinnvoll und lehrreich.

Mittlerweile könnte ich darüber einfach nur noch abkotzen. Andere Eltern zeigen sowas wie Stolz, wenn ihre Kinder studieren und dann noch ein so anspruchsvolles Fach wie die Rechtswissenschaft.
Zudem habe ich extra eine bestimmte Universität ausgesucht und versucht den bestmöglichen Abitur Durchschnitt zu erzielen, um hier „im Umkreis“ einen Platz zu bekommen. Nun pendel ich jeden Tag 30 Km pro Strecke zur Uni hin und wieder zurück. Ich bin extra das Risiko eingegangen keinen Platz zu bekommen und habe mich nicht deutschlandweit sondern nur regional beworben, weil ich genau wusste, dass ich keinen Anspruch auf BaföG habe und meine Eltern dann alles für mich zahlen müssten.
Zurzeit fühle ich mich so schuldig für meine Unselbstständigkeit, dass ich auch angefangen habe nur noch Leitungswasser zu trinken und möglichst wenig zu verbrauchen (während mein Burder Literweise das gekauft trinkt und besonders wenn es um Essen geht besondere Ansprüche aufgrund seiner veganen Lebensweise stellt, aber das sei einfach mal nur ohne anklagend zu sein gesagt). Ich möchte aus dieser Abhängigkeit entfliehen, aber das gelingt mir nicht. Ich möchte nicht mehr wie eine Arbeitslose behandelt werden (denn mein Nebenjob ist ja auch keine übermäßig körperlich anstrengende Tätigkeit, zählt somit nicht um wertgeschätzt zu werden).
Alles für das Studium habe ich mir bis jetzt selbst finanziert. Alle Bücher second hand gekauft und ein tablet erworben, um weniger Material mit dem Drucker meines Vaters ausdrucken zu müssen (manche Dinge drucke ich aber wenn es langt heimlich aus). Zudem bezahle ich den Spirt für die Fahrten zur Uni komplett selbst (80-100 Euro im Monat je nachdem wie oft ich fahren muss) und den Sozialbeitrage für jedes Semester (ca. 273 Euro) zahle ich auch selbst.
Man bedenke, dass ich nur einer Tätigkeit nachgehen darf, die weniger als 450 Euro einbringt, da meinen Eltern sonst der Anspruch auf das Kindergeld verweigert wird.
Das was übrig bleibt, spare ich im Moment, um eventuell irgendwann verschwinden zu können.
„Luxusausgaben“ wie auswärts einen Kaffee zu konsumieren oder teure Komsetik Produkte, Friseur, Maniküre, Freizeitaktivitäten, Trinken gehen am Wochenende oder dergleichen gibt es bei mir ebenfalls nicht (zumal ich am Wochenende arbeiten muss).
Lieber spare ich, denn das gibt mir ein besseres Gefühl.

Dann hatte ich den Gedanken, dass ich zu meinem Freund ziehen könnte. Jedoch ergab eine genauere Recherche, dass der Ortswechsel im Studium sich als äußerst schwer darstellt, da wir in verschiedenen Bundesländern leben und die Dinge wie Ausbildung und Schule von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt werden.
Aber dies wäre nicht das größte Problem. Mein Freund will mich nicht. Das ist hart ausgedrückt aber so ist es im Endeffekt, wenn man es genau betrachtet.
Er hat Angst, dass es ihm zu viel wird. Er sei ein Mensch, der Freiheit benötigt.
Das ich aber mittlerweile leide, das scheint ihn gar nicht zu interessieren.
Insgesamt hat er kaum Zeit, aber das ist ein anderes Thema. Ich erwarte keine 24 Stunden Betreuung, sondern das ich bei ihm sein darf und mich dadurch vielleicht besser auf das Studium konzentrieren kann. Bei ihm zu studieren wäre im Grunde besser, ich müsste nicht mehr 2 Stunden am Tag mit Pendeln verbringen und dann nicht noch mindestens eine Stunde als Dienstmädchen fungieren (er ist ein sehr sauberer und ordentlicher und vor allem selbstständiger Mensch…).

Zusammengefasst ist die Situation echt bescheiden. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, was ich tun soll. Ich bin verzweifelt in meinem Dasein. Ich spüre keine mentale Unterstützung (finazielle erwarte ich ja wie oben dargestellt im Grunde gar nicht).
Aber das Gefühl vermittelt zu bekommen man täte den ganzen Tag über nichts sinnvolles obwohl man von morgens bis abends lernt und zwischendurch arbeitet, ist zermürbend.

Wenn diese ganzen Menschen so weiter machen, braucht sich irgendwann keiner wundern, wenn ich endgültig die Schnauze voll habe und verschwinde. In welcher Form sich das Verschwinden dann ausprägt ist Definitionssache und auslegungsbedürftig… Denn immerhin ertrage ich den Zustand der geistigen Unsicherheit schon seit über 5 Jahren.
Wann es genau anfing kann ich gar nicht mehr sagen.. Ich war glaube ich 14, seitdem steigert es sich.

Von diesem Posting erwarte ich im Grunde auch nichts. Ich habe nur niemanden zum Reden, deswegen muss ich es anderweitig „los werden“.

Life is never fair.

-walkingintohell-

Leben, Liebe, Studium, Karriere. What matters?

Mittlerweile finde ich kaum noch Zeit für irgendwas. Das Studium und der Nebenjob fressen mehr als genug Zeit. Deswegen komme ich kaum noch zum Schreiben. In den letzten Monaten hat sich einiges verändert. Ich habe realisiert,  dass das Abitur Kindergarten im Vergleich zu dem Studium ist. Dazu kommt die Belastung, dass ich kaum Zeit für meinen Freund finde und er genauso wenig für mich.

Allerdings haben wir uns in diesem Monat endlich mal für längere Zeit gesehen. Eine Woche war ich bei ihm und habe gemerkt, wie glücklich er mich macht. Jeden Tag bin ich gern aufgestanden. Es war wundervoll.  Besonders die Region in der er lebt ist echt perfekt. Ich habe kaum Symptome von meinen chronischen körperlichen  Leiden.  Die Natur in der Region  tut mir wirklich sehr gut. Dazu er als meine Medizin für die Seele.

Aber dann kommt der Tag der Abreise immer näher. Ich heule meist schon 3 Tage vorher rum. Kann kaum die Emotionen kontrollieren. Und irgendwann wurde mir bewusst, dass ich so nicht weiter leben kann. Mein Studium wird mindestens noch 7 Jahre Zeit in Anspruch nehmen.  7 Jahre lang sich nur 3 mal im Jahr sehen? Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Deswegen habe ich das Thema Zusammenziehen bzw. Umzug angesprochen. Natürlich könnte zurzeit nur ich zu ihm umziehen, da er einen festen Job hat und in einer schöneren Region lebt. Er meinte, dass er generell nichts dagegen hätte mit mir zusammen zu wohnen. Da ist mir erstmal ein Klotz vom Herzen gefallen. Jedoch ist die Umsetzung kompliziert. Zudem wäre ich dann ohne die Hilfe und Unterstützung meiner Eltern. Sie sind nämlich absolut dagegen, dass  ich zu ihm ziehe und sie nicht mehr meine Unterstützung im Haushalt und dergleichen haben. Ich hätte dann nur noch ihn und sonst niemanden…. aber wen habe ich schon hier?

Seit dem Ende der Schulzeit habe ich nur noch zu einer Freundin gelegentlich per WhatsApp Kontakt. Ansonsten sehe ich niemaden. In der Uni kenne ich auch niemanden und bin allein. Meine Eltern arbeiten den ganzen Tag und mein Bruder auch. Ich bin hier quasi auch allein, wenn ich meine Familie nicht hätte. Meine Familie ist schon wichtig, aber wirklich glücklich bin ich nur mit meinem Freund.

Bei ihm bin ich mir auch sicher. Niemand zuvor hat mich so glücklich gemacht. Es passt zwischen uns perfekt. Mit ihm könnte ich mir wirklich eine gemeinsame Zukunft vorstellen.

Nun habe ich mir in den letzten Wochen zwei bzw. Drei Pläne konzipiert.

1. Ich bleibe hier, zieh das Studium durch und schaue, dass ich danach zu ihm ziehe und dort einen Job finde.

2. Wenn ich in den nächsten zwei Semestern kaum Klausuren erfolgreich bestehe,  werde ich abbrechen und einen Ausbildungsplatz suchen.

3. Ich studiere noch das nächste Semester hier, Spaß Geld und ziehe im übernächsten Semester zu ihm und studiere entweder weiter oder beginne eine Ausbildung.

Am liebsten wäre mir Variante 3…. ich bin ohne ihn einfach so leer innerlich. Nach jedem Wiedersehen bin ich danach so kaputt und heule teilweise unkontrollierbar. In letzter Zeit zweifle ich immer mehr am Studium, ob ich mich da nicht übernommen habe.. ich fange an es wirklich zu hassen.

Aber dann gibt es solche Momente wie heute, bei meinem Praktikum. Ich habe bei einem Gespräch wieder gesehen wie viel Spaß es machen kann über verschiedene juristische Situationen zu diskutieren und Paragraphen auszulegen zum jeweiligen Sachverhalt  (ich weiß, dass es für normale Menschen nicht annähernd Spaß macht und es jeder Normaldenkende absolut langweilig findet).

Da frage ich mich, ob ich nicht doch die richtige Art Person bin die das studiert. Jedoch kann es sein, dass sich diese Einschätzung schlagartig ändert, wenn ich endlich meine Klausur Noten erhalte… Dies müsste in den nächsten Wochen der Fall sein.

Aber insgesamt ist dies nicht die einzige Frage, die mich zurzeit beschäftigt.  Vor allem der Gedanke,  ob ich zu ihm ziehen soll fesselt mich.

Kann ich mich das wirklich trauen? Wird die Beziehung das standhalten? Wird er mich unterstützen? Werde ich die richtige Entscheidung treffen und endlich regelmäßig/ dauerhaft glücklich sein und mich gut fühlen?

Das einzige was ich weiß ist, dass ich unglaubliches Verlangen und Sehnsucht nach ihm habe.  Unkontrollierte Gefühle.

 

-walkingintohell-

Seelenverwandtschaft oder einfach nur Spinnerei?!

Manchmal begebe ich mich in meinen Gedankengängen auch auf teilweise philosophische Wege.
Vorweg, ich bin ziemlich religiös erzogen worden, habe aber im jungen Teenager Alter angefangen Dinge zu hinterfragen. Dann kam die Urknalltheorie in der Schule… und im Endeffekt habe ich mich dazu entschlossen, dass die Theorie mit Gott eher vereinbar mit meinem Weltbild und meiner Wahrnehmung ist. Mir waren schon immer die Naturwissenschaften fremd und ich habe mich mehr zu Geisteswissenschaften hingezogen gefühlt. Außerdem braucht man etwas, womit man sich dieses gesamte Dasein irgendwie greifbar erklären kann, auch wenn es eventuell doch nur Schwachsinn ist.

Auf jeden Fall habe ich heute angefangen über Dinge wie die Seele nachzudenken. Im christlichen Glauben gibt es das Leben, den Tod und „das Leben nach dem Tod“(dieses aber natürlich nicht in dieser Welt).
Deswegen passen meine folgenden Gedankengänge nicht in dieses Weltbild.
Was ist, wenn es Seelen gibt, die wirklich füreinader geschaffen wurden und diese sich (durch Glück, Zufälle oder andere Umstände) zu Lebzeiten finden? Dies immer wieder wie in einem endlosen Kreislauf? Sie dazu bestimmt sind sich in diesem oder in einem nächsten Leben wiederzufinden…
Genau darüber habe ich nachgedacht in Bezug auf ihn.
Manchmal, wenn ich mir unsere Fotos anschaue und uns sehe, frage ich mich, wie passen diese zwei Menschen zusammen?
Im Grunde sind wir verschieden und kommen auch aus (Achtung dies geht nun in die sozialwissenschaftliche Richtung) Milieus, ohne zu werten oder eine Rangstellung zu bezeichnen.
Auch unsere Interessen sind relativ unterschiedlich. Er hat eher ein handwerkliches und technisches Geschick und ich bin eher eine theoretische Denkerin (bringt im Alltag eigentlich nichts). Wenn ich ihm damals von wissenschaftlichen bzw. analytischen Arbeiten in der Schule erzählt habe, hat er nach kurzer Zeit abgeschaltet.
Er wiederum repariert verschiedenste Dinge, wie auch mein Handy oder dergleichen, wofür ich ihn bewunder und es selbst niemals schaffen würde.
Ich lege viel Wert auf Kommunikation und Sprache. Er dagegen redet eigentlich nicht so viel und gern auch nicht unbedingt.
Gegensätze.

Aber seitdem wir uns kennen, habe ich das Verlangen in seiner Nähe zu sein und möglichst viel Zeit mit ihm zu verbringen (bevor ich mich überhaupt verliebt hatte). Irgendwie habe ich von Anfang an es weniger als Pflicht oder Gewohnheit empfunden, regelmäßig (früher täglich) mit ihm zu schreiben. Es war ein… wie oll ich es ausdrücken? Instinkt? Ein Bedürfnis?
Für mich war es anfangs, bevor wir uns persönlich kennenlernten, total irrelevant wie er aussieht, wie er sich bewegt oder wie er lebt. Für manche mag dies paradox klingen, aber ich habe mich zu ihm als Menschen hingezogen gefühlt. Zu seiner Seele.. Seine ganze Art (auch später bei den persönlichen Treffen) hat mich einfach fasziniert und gefesselt (ich habe teilweise sein Verhalten analysiert).
Bevor ich ihn persönlich getroffen habe und er oft kurz davor war zu „gehen“, habe ich mich oft gefragt, ob ich jemals die Möglichkeit bekomme ihn in einer anderen Dimension nach dem Tod wiederzufinden, wenn er nun das Diesseits verlässt.
Was ist man eigentlich nach dem Tod? Kennt man seine Identität noch oder haben Namen, Abstammung und dergleichen gar keine Relevanz mehr?
Oder gibt es doch so etwas wie Seelenwanderung?
Im Fernsehen sieht man oft Reportagen über Menschen, die fester Überzeugung sind, schon vor hunderten Jahren gelebt zu haben und dafür durch Faktenwissen Beweise liefern zu können.

Ich habe es früher immer als Schwachsinn abgetan, die Seelenwanderung. Jede Seele und Persönlichkeit ist einmalig und kann kein zweites Mal auf dieser Welt existent sein, egal zu welcher Zeit. Dies war (bzw. ist?) mein Standpunkt.
Aber warum hatte ich nach kürzester Zeit immer das Gefühl, ich würde ihn schon ewig kennen?
Teilweise sitze ich ihm Gegenüber, schaue ihn an, blicke in seine Augen und habe das Gefühl, ich blicke in eine endlos schöne Zeit… In diesen Momenten bedarf es keiner großen Worte. Es gibt immer wieder Momente in denen wir schweigen und es ist kein unangenehmes Schweigen.
Auch fühle ich mich immer von ihm verstanden obwohl dies doch paradox ist, da wir verschiedene Interessen, Stärken und berufliche Ziele (bzw. bei ihm sind es keine Ziele sondern eben sein Beruf) haben. Trotzdem kann er meine Ängste bezüglich des Abiturs damals und der Uni heute nachvollziehen.. er findet die richtigen Worte, um mich aufzubauen. Obwohl ihm das Reden eigentlich nicht so wirklich liegt und ihm diese Themen fremd sind.

Früher hat er Studenten nicht leiden können und jetzt bin ich eine solche Spezies. Ich sei eine Ausnahme… aber dennoch.
Diese ganzen Aspekte haben in mir den Eindruck erweckt, dass wir nicht durch irgendwelche Ähnlichkeiten oder Übereinstimmungen in unseren Lebensläufen zusammen gehören, da wir absolut unterschiedliche Wege gehen/gegangen sind.
Er betont auch immer, dass erstaunliche bei uns sei, dass wir nur einen einzigen Schnittpunkt im Leben haben, wodurch wir uns kennegelernt haben… das Thema wofür wir uns beide damals im Chat registriert hatten…
Ist es wirklich nur Zufall oder gar sowas wie Schicksal?
Eigentlich ist es viel mehr als dieses Oberflächliche… Er versteht einfach was ich in bestimmten Situationen brauche und durch ihn kann ich mich besser fühlen obwohl es nur geschriebene oder gesagte Worte sind.
Dies sind alles nur Beispiele, ich könnte noch viele weitere Unterschiede und Aspekte nennen.

Haben wir uns schon einmal gekannt oder sind wir uns schonmal begenet, wodurch wir uns nun trotz dieser Verschiedenheiten absolut perfekt ergänzen?
Er selbst sagt oft, er könne nicht verstehen wie ich ihn so lange schon „ertragen“ kann über unzählige Stunden.
Ich verstehe nicht wieso er mit mir so gut und lange befreundet sein kann. Vor ihm hielten bei mir Freundschaften nie länger als vier Jahre… irgendwann fehlte immer das Interesse oder man lebte sich auseinander.
Bei uns ist dies bis heute nicht eingetreten und ich habe das Gefühl, umso länger wir Kontakt haben, desto näher werden wir, werden unsere beiden Seelen zusammen geschweißt.

Ist dies alles Spinnerei aufgrund des Verliebtseins oder hat es eine viel größere, essenziellere Bedeutung?
Kennt vielleicht noch jemand anderes dieses Gefühl? Dieses Paradoxon?!

Er sollte definitiv diesen Beitrag lesen, da ich gern wüsste, ob er genauso fühlt…

-walkingintohell-

Wenn Grundsätze keine Rolle mehr spielen

Eigentlich war ja vom ersten Tag dieses Blogs an mein Grundsatz, dass diesen keiner zu lesen bekommt, der mich im realen Leben kennt. Aber eigentlich ist es im Endeffekt auch redundant, solange es niemand ist, der nicht von meinen Depressionen und dergleichen weiß.
Gestern habe ich mich also dazu entschlossen, ihm den Link zu schicken.
Er schien überrascht und teilweise geschockt. Bis jetzt hat bzw. konnte er noch nicht alles lesen. Also sollte er sich seinen letzten Rest Schock und Entsetzen erstmal aufheben.

Mittlerweile sollte er ja eigentlich wissen, wie ich fühle. Jedoch kennt er nicht im Detail meine krankhaften Gedankengänge. Bin gespannt wie ein Flitzebogen wie er sich in Zukunft dazu äußern wird. Zumal es einige depressive Phasen gab, die ich hier im Blog ausleben konnte, ihm aber verschweigen musste… Selbstschutz und natürlich in erster Linie immer zu seinem Schutz.

Insgesamt werde ich mich aber nicht anders verhalten als vorher. Ich werde alles so bloggen und niederschreiben wie immer, so wie ich es denke und fühle.

Zurzeit geht in mir eine Angst umher. Zunächst die vor der Zukunft. Beruflich gesehen mache ich mir eigentlich eher weniger Sorgen. Erstmal 4,5 Jahre Studium und danach…. Daran denke ich erstmal nicht (ich weiß, damals vor dem Wechsel auf das Gymnasium habe ich identisch gedacht und bin damit mehr oder minder auf die Fresse geflogen, egal).
Dies ist ein ganz normales menschliches Verhalten. Dinge, die unangenehm und schwierig sind, aufzuschieben und zu verdrängen. Psychologisch also ziemlich unbedenklich (habe ich mich vielleicht doch für den falschen Studiengang entschieden? Who knows…)
Auf jeden Fall macht es mir mehr Angst, dass ich nicht weiß, ob ich jemals die geografische Distanz zu ihm verringern kann. Vor unserer gemeinsamen Woche war dies eigentlich eher die geringste Angst. Da hatte ich eher Angst, dass er niemals mehr körperliche Nähe zulassen wird…

Jetzt ist es anders. Werde ich es schaffen nach einem abgeschlossenen Studium einen Arbeitsplatz in seiner Nähe zu finden und ihn regelmäßig sehen zu können?
Ich bin die einzige von uns beiden, die das machen könnte. Ich habe keinen festen Arbeitsplatz und bin eher ungebunden… Er hat einen festen Arbeitsplatz und dann ist da noch seine Mutter, die ihn teilweise ziemlich vereinahmt und niemals gehen lassen würde…
Jedoch denke ich auch, wie kann ich meine Familie zurück lassen? Besonders seit der Prozess begonnen hat, hat sich die Beziehung zu meinen Eltern verbessert. Wir machen viel zusammen und ich unterstütze sie wo ich kann.
Werde ich jemals den Mut dazu aufbringen können?
Wird es überhaupt Jobangebote für meine studierte Fachrichtung in dieser Region geben?

Aber dann kommt mein blutendes, schreiendes und verlangendes Herz.
Es sagt, du musst! Ich werde jetzt schon wahnsinnig ohne ihn.
(Was hat er mit mir angestellt? Man muss mir helfen, dass das aufhört!)
Pausenlos denke ich an ihn und das Vermissen wird stärker umso mehr Tage verstreichen seit dem letzten Tag zusammen.
Nachts liege ich heulend im Bett. Ich bin so widerlich schwach geworden! Wieso macht er mich so schwach?
Manchmal denke ich, hätte ich doch besser den Kontakt früher abgebrochen und uns beide diese Gefühle erspart … Aber denn denke ich über die möglichen falschen Männer nach, die womöglich an seiner Stelle in mein Herz getreten wären und, dass ich jetzt wahrscheinlich noch verletzter wäre.

Eigentlich bin ich froh, dass ich nächsten Montag den ersten Tag an der Universität habe. Dann habe ich zwar weniger Zeit, da ich fünf Tage die Woche in die Uni muss und zwei andere Tage arbeiten. Aber das ist gut so!
Ich brauche eine Herausforderung!
Ich brauche eine komplette Auslastung und etwas, dass mich mehr vereinnahmt als er es im Moment macht.
Vielleicht ist es dann erträglicher.
Vielleicht werde ich dann besser klar kommen und stärker werden.

Hoffentlich versage ich nicht bei dieser neuen Herausforderung, da mein Studiengang auch etwas anspruchsvoller ist….

-walkingintohell-

Nie zuvor gekannte Gefühle des Glücks

Eigentlich ist es Standard geworden, dass ich hier überwiegend über negative Dinge blogge. Da ich in den letzten Monaten irgendwie in einen leblosen Zustand des Dahinscheidens übergegangen bin, kam ich nie zu der Motivation, etwas zu bloggen. Worüber auch?

Jedoch hat Jemand meinen gesamten Gemütszustand für sechs Tage vollkommen geändert.
Wie ist das möglich?!
Ein Wort:
Er

Im folgenden Tag, werde ich das Synonym für diesen besonderen Mann nicht mehr dickgedruckt schreiben, da ich ihn so viel erwähnen werde und jedem sowieso klar sein sollte, wer gemeint ist.
Wer mit Gefühlen von Verliebten und temporär glücklichen Menschen Probleme hat, sollte dies besser nicht lesen…

Wir sind zusammen, nachdem ich ihm Anfang Januar gefragt habe, ob er das auch wollen würde. Dann habe ich angefangen ihm nach und nach meine Gefühle zu gestehen. Anfangs war er etwas unsicher und überfordert, da er unerfahren in dem Bereich ist. Eine Reflexion von ihm auf meine Gefühle kam eigentlich nicht.
Ich habe ihm daher immer seinen Freiraum (er war schon immer eher ein Einzelgänger) gelassen und ihn nie versucht zu bedrängen.
Nun wollte ich ihn unbedingt mal besuchen und etwas aus seinem Leben kennenlernen, da er mittlerweile meine Familie und meinen gesamten Freundeskreis kennt.
Ich war also die letzten sechs Tage bei ihm. Unser drittes Wiedersehen in diesem Jahr.
Er hat mir seine Mutter vorgestellt und Dinge und Regionen aus seinem Leben gezeigt.
In diesen Tagen wurde er so anders… so offen… Wir haben uns viel berührt, geküsst und die gemeinsame Zeit zusammen verbracht. Vor einem Jahr hätte ich mir dies nicht mal im Traum erhofft, da er ein Mensch mit Bindungsstörungen ist und bei Menschen körperliche Nähe meidet!
Er hat mich berührt, mich an sich gedrückt, meine Nähe zugelassen und scheinbar auch genossen…

Mein Verstand hat immer wieder gefragt:
Was ist mit ihm los? Nimmt er Drogen? Oder muss er sich extrem überwinden und es ist sogar eher eine Qual anstatt Genuss und Leidenschaft?
Aber mal ganz ehrlich, drückt man Jemanden an sich und berührt diese Person liebevoll, obwohl es doch im Inneren eigentlich eine Qual auslöst?!
Kann ich mir schwer vorstellen…. zumal er auch noch andere körperliche Reaktionen zeigte, die mir das Gefühl vermittelt haben, dass ich scheinbar attraktiv für ihn bin und ihm meine Berühren gefallen sollten……

Im Nachhinein beschäftigt mich das schon, aber insgeheim spielt es für mich keine tragende Rolle, da das was wir offensichtlich fühlen konnten, unglaublich schön war und ist.
Noch nie hat mich ein Mann so glücklich gemacht, ein solches Verlangen, Begierde und eine solche Leidenschaft ausgelöst. Teilweise wurde meine Begierde größer obwohl ich genau in dem Moment in seinen Armen lag.
Obwohl ich ihm so nah war wie sonst keine Frau zuvor, wollte ich ihn allein für mich. Wollte mich ihm noch enger und näher in die Arme legen.
Nachts wenn er neben mir lag, habe ich ihn oft beim Schlafen betrachtet und konnte mein Glück kaum fassen.
Wie habe ich es verdient, dass mich dieser perfekte und wudnerschöne Mensch nun scheinbar auch liebt?!

Insgesamt war ich aber wunschlos glücklich. Ohne das da irgendwelche großen materiellen Dinge nachgeholfen haben.
Ich war einfach mit ihm glücklich, in seiner Zweiraumwohnung und mit einem sehr einfachen aber wunderschönen Lebensstil. Ich brauchte keine teuren Güter, viel Geld oder dergleichen. Ich war einfach mit ihm glücklich. Teilweise habe ich stundenlang nur mit ihm Zeit verbracht und alles andere um uns herum spielte nicht die geringste Rolle.
Und zum ersten Mal im Leben habe ich verstanden, warum Geld allein nicht glücklich machen kann.
Es beseitigt Sorgen, aber macht niemals so glücklich wie mit einem so liebevollen Menschen zusammen.

Leider ist dieses Glück schlagartig geendet als ich nach hause fahren musste.
In meinem Inneren besteht nun diese Leere. Er fehlt mir so…
Gestern habe ich in seinen Armen geweint, und ich bin eigentlich kein Mensch, der vor anderen heult und solche Gefühle zeigt. Ich mache das nur allein in meinem einsamen Kämmerlein, wenn keiner zuschaut. Er macht mich schwach, löst unbekannte und für mich unkonntrollierbare Gefühle aus… Diese sind aber eigentlich wunderschön.
Er schien beim Abschied auch traurig..

Nun lasse ich hier alles revue passieren und frage mich, was er nun genau fühlt.
Ist es auch diese endlose und teilweise zermürbende (aufgrund der Distanz) Liebe?
Er meint, er habe dies noch nie zuvor gefühlt und kann daher nicht sagen was „das“ ist…
Habe ich ihn eventuell mit meinen Berührungen überfordert und zu viel von ihm abverlangt?
Immerhin kennt er das nicht und ist doch sonst immer allein…

Ich weiß nicht wann ich ihn das nächste mal wiedersehen kann, da diese 500 km, sein Job und mein Nebenjob sowie das Studium kaum Freiräume bieten für Treffen.
Aber ich weiß, wenn wir uns das nächste Mal wiedersehen, werde ich endlich wieder Glück fühlen können und er ist der einzige Mensch, der mir dieses Gefühl bereiten kann.

Ich weiß, das was ich hier beschreibe ist eher untypisch für mich und ist eigentlich auch echt eklig. Klingt wie ein Text dieser pseudo glücklichen Pärchen auf facebook. Aber bei mir ist es nicht pseudo.
Es fühlt sich alles so real und richtig an…
Leider ist der Abschied jedes Mal härter und mit jedem Mal behält er ein weiteres Stück Glück und Lebenfreude von mir bei sich…

Ich muss mich nun mit irgendwas ablenken ansonsten heule ich wieder wie ein kleines Kind…
Wie kann ein Mensch meinen Gefühlszustand nur so extrem beeinflussen?
Zu viele unbeantwortete Fragen…

-walkingintohell-